Rebell Yell

Von Rebellion zu Wachstum und Selbstentfaltung

Marshall Rosenberg hat uns eine einfache wie geniale Landkarte hinterlassen: Von emotionaler Sklaverei zu emotionaler Befreiung. Darin sind drei aufeinanderfolgende Beziehungsmodi enthalten, (1) Unterwerfung/Anpassung, (2) Rebellion und (3) Augenhöhe, von denen mindestens einer in jeder Beziehung jederzeit „angeschaltet“ ist ― egal wann und egal mit wem.

In der GfK wollen in Richtung Augenhöhe wachsen – und tatsächlich bewirkt eine fortschreitende GfK-Praxis genau das: Wir lernen uns immer ausführlicher selbst kennen, werfen immer mehr Richtig-Falsch-Denken ab und erleben uns selbst und andere in tiefer Menschlichkeit. Mit anderen Worten, wir lösen viele Hierarchien auf und verbinden uns mit dem, was wir alle gemeinsam haben: unseren kostbaren Bedürfnissen.

Manchmal bleibt man jedoch im „Rebellischen“ stecken, manchmal passen wir uns doch wieder an. Manchmal machen wir uns klein und schaffen nicht die ersehnte Gleichheit und authentische Augenhöhe. Dann könnten wir uns vielleicht unserem inneren Rebellen widmen.

Im Rahmen von „GfK & Teilearbeit“ wollen wir uns gemeinsam unseren inneren „Rebellen“ nähern, einem Anteil dessen Schönheit und Kraft leider viel zu selten gesehen und gewertschätzt wird. „Rebell yell“ heißt, dass wir ihn oder sie „schreien“ und sich „ausdrücken“ lassen, und dann empathisieren statt abzuwerten. Innere Widerstände, innere Reibung und inneres Gebrüll wird gehört, und endlich kann „es“ wachsen.

Rebellion ist ein Versuch, die Ketten der eigenen Vergangenheit abzuwerfen. Wenn der Rebell aber nicht mehr mir seinem Herzen in Verbindung steht, wird die Rebellion nur in neuer Gestalt die alte Krankheit verewigen. Die Schwierigkeit liegt darin, dass eine Erneuerung der Liebe ohne Rebellion nicht möglich ist. Wenn man nie rebelliert, hat man keine Chance, das eigene Selbst zu leben.

(Arno Gruen)

(Achtung: Das ist kein Urschrei-Seminar, sondern es geht eher um’s Spüren und Anerkennen!)