Schöner Scheitern

Die eigene (gegenwärtige) Begrenztheit akzeptieren statt zu versagen.

Stets versucht. Stets gescheitert. Egal. Nochmal versucht. Wieder gescheitert. Besser gescheitert.

(Samuel Beckett)

 

Scheitern hat besonders in Deutschland keinen guten Ruf. Es wird verheimlicht, verpeinlicht und abgewertet. Aber Scheitern ist eine Chance und nicht eine Fehlleistung, die wir als solche beurteilen, weil wir glauben, versagt zu haben. Kein Kind hätte jemals Laufen gelernt, wenn es sich Scheitern nicht erlaubt oder zugestanden hätte. Oder würdest du sagen, dass ein Kind versagt, wenn es hinfällt? Trotzdem lernen wir irgendwann, meist schon in frühen Jahren, die Angst vor dem Versagen!

Ich möchte mit euch gemeinsam deinem Scheitern gegenüber eine Haltung von Humor und Freundlichkeit einnehmen. Denn wenn wir scheitern, scheitern vor allem unsere inneren Manager und ihre Strategien ― nicht du. Bei dieser Gelegenheit werden ihre Macht und Einfluss erst richtig sichtbar. Manager werden erst im Kampf groß, indem sie sich selbst überraschen und sich den anderen offenbaren.

Scheitern ist wahrlich nicht angenehm, aber es öffnet ein Fenster zur Wirklichkeit. Es erlaubt uns, unsere Fähigkeiten zu entfalten und unserer Suche, unserem innigsten Begehren auf die Spur zu kommen. Deshalb nehmen wir Scheitern auch als Hinweis für versteckte, noch unbekannte Bedürfnisse, die wir in unsere Strategien noch nicht einbeziehen konnten.

Wenn du den Mut hast, schöner als zuvor zu scheitern, dann komm vorbei!